Dienstag, 24.08.2010, Programm: 1- Tages-Trip zu den Niagarafällen und weiter nach Toronto! Es ist mein letzter Tag bei Lia und Peter, am Tag darauf soll es mit dem Flieger von Toronto nach Montréal gehen, wo Vertreter des Ministère de l'Éducation, du loisir et du sport - kurz MELS - in Kollaboration mit dem PAD die anderen Assistenten und mich begrüßen werden.
Los ging es also am frühen Vormittag mit einem Freund von Lias Sohn Denis, zu den von London mit dem Auto etwa zwei Stunden entfernt liegenden Niagarafällen an der Grenze zwischen Kanada - Ontario und dem Bundesstaat New York. (Dementsprechend gibt es sowohl die US-Stadt "Niagra Falls" als auch die gleichnamige kanadische Stadt.) Von der 401 und dann weiter auf die 403 geht es zu den donnernden Wassermassen, während der Fahrt probiere ich mein radebrechenes Englisch etwas aus ;-) und Lakin, der Freund von dem ich spreche, gibt sein charmantes Englisch akzentuiretes Französisch zum Besten. So vergeht die Fahrt mit beiderseits bemühter Konversation, unterbrochen von einem Döse-Anfall meinerseits auf halber Strecke.
Übrigens liegt nicht weit entfernt von Niagra Falls das nicht damit zu verwechselnde Niagra-on-the-Lake, ein ca. 14.500- Seelen- Ort das am Lake Ontario, an der Mündung des Niagara River liegt. Der Niagara-Fluss grenzt die Niagara-Halbinsel östlich ab und verbindet den Ontariosee mit dem Erisee. An der Stelle, die wir Niagarafälle nennen, stürtzt genau dieser Fluss 58 Meter auf berauschend tosende Weise gen Unendlichkeit.
Endlich angekommen! Bevor Lakin und ich an der Uferpromenade des Touristenörtchens Niagra Falls entlanggehen, um uns dem wuchtigen Schauspiel zu nähern, besehe ich mir den natürlich sehr auf Touristen ausgerichteten Ort. Die Merchandising-Mschinerien laufen auf Hochtouren und die hoch in den Himmel ragenden Hotelgebäude plustern ihre Betongerüste auf um die Touristenscharen zu beherrbergen, denen - neben der vor der Türe vor sich hin stürtzenden Naturgewalt - allerhand Bühnenshows, ein Casino und dergleichen Späße mehr zur Verfügung gestellt werden.
Nahe des Parkplatzes, an dem Lakin hält, ist ein botanischer Garten mit wunderschönen Pflanzen und Schmetterlingen, durch den wir aus Zeitgründen nur durchhuschen. Dann 15 Minuten Ufer-Hopping, leider gibt meine Digitalkamera den Geist auf, aber ein paar gute Einstellungen sind noch drin. Da hat wohl entweder jemand was nicht richtig verstanden und dieser jemand bin leider ich oder irgendwas stimmt mit dem Zusammenspiel Akku-Aufladegerät und Stromspannung hier nicht - warum sollte sich meine Digicam nach nächtlichem Langzeitaufladen sonst so schnell verabschieden? Anyway, weg von dieser philosophischen Frage hin zu der Lösung des Problems: wir nehmen die "Fish-Eye"-Kamera, ein kleines Spielzeug für große Jungs, das eigentlich Denis gehört. So komme ich doch noch zu ein paar zugegeben rudimentär ;-) wirkenden Eindrücken meines Zielortes, man möge mir und meinem behändenen Freund jedoch die in ihrer Unbeholfenheit geradezu erfirschenden Fotos verzeihen - wer ist im heutigen Digitalzeitalter noch den Geduld erfordernden Umgang mit Nicht-Digi-Kameras gewohnt? :-)
Auf dem Weg vorbei an der Uferpromenade hinüber zu einem Pavillon mit Souvenirs werden wir pitschnass von dem herüberwehenden Wasser. Die Fälle sind gigantisch und ich genieße den Ausblick. Mich auf eines der Boote zu begeben, das Touristen ganz nahe an die Fälle bringt - dafür fehlen sowohl die Zeit als auch die dafür nötige Einstellung meinerseits, zu viel Geld für touristischen Schnickschnack auszugeben. Bei den Postkartenständen im Inneren des Pavillons werde ich dann aber doch schwach. Ein fluchser Großeinkauf Postkarten samt passender Übersee-stamps, damit für das seelische Wohl der Daheimgebliebenen gesorgt sei, und weiter geht es schon Richtung TORONTO *glitzernde Augen*.
Leider reicht die Zeit nur noch für eine sehr schnelle Sight-Seeing Tour durch die Downtown-Gegend. Toronto ist eine pulsierende Stadt, von der ich in der Schnelle nur einen kurzen, in meinem Kopf durchrauschenden D-Zug an Farben, Geräuschen, Sprachfetzen und Bildern mitnehmen kann. Abends: Treffen mit Denis und ein paar seiner Freunde. Wir essen in einem indischen Restaurant und begeben uns nach einem kleinen Spaziergang entlang einiger Häuserblöcke, kleiner Restaurants und das nächtliche Leben atmenden Boulevards zu einem Coffeshop.
Ankunft in London nachts: es ist 2 Uhr morgens. Ich schreibe noch elanvoll bis 3 Uhr Postkarten um meine nuptiale Hyperaktivität auszusaugen - was sich am nächsten Morgen mit Katerstimmung bezahlt macht. Ich stehe um 7 Uhr auf, wasche noch ein paar Sachen und jage sie durch den Trockner. Noch warm werden sie in den bereits etwas lädierten Reisekoffer geschmissen, ein "Robert-Q-Bus" bringt mich zum Flughafen Toronto.
Erkenntnis am Flughafen: Im Gegensatz zu London, GB, wo Wifi an öffentlichen Orten so rar hervorzulocken ist wie ein verschüchtertes kanadisches Eichhörnchen aus einer Mauerritze, und einem jedwede Anwandlung, unbedingt mit den lieben daheim- und nicht-daheim-Gebliebenen via Datenautobahn in Kontakt bleiben zu wollen teuer zu stehen kommt (ich sage nur: 6 Pfund für 1 h), ist Kanada DAS Land des drahtlosen und kostenlos an öffentlichen Plätzen zur Verfügung stehenden Internets. Sei es Sturbucks oder eben der Flughafen Toronto - freies Internet so viel das Herz begehrt.
Gegen 4 Uhr nachmittags heißt es dann: Leinen los, bye Toronto - Québec ich komme!
Juhu! Ami war bei den Niagarafällen! Ich bin gespannt auf weitere detaillierte Geschichten aus Toronto (sollte es dich noch einmal dahin verschlagen). Ein Kanadier hat mir erzählt, dass er Toronto als "das NYC von Kanada" empfindet... Ich freue mich, dass du bisher so fantastisch zurecht kommst!
AntwortenLöschenDanke dir, femme! Mit dir als eifrige Befürworterin und Unterstützerin meiner beruflichen wie privaten Ziele kann ja nichts schief gehen!:-) Ich will definitiv nochmal nach Toronto, der halbe Tag dort war ja wirklich nur schnelle durchhecheln. Mit der Stadt bin ich noch laaaange nicht fertig :-)
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